Wer hat die ältere Dame noch nicht dabei beobachtet, wie sie im Müll nach Verwertbarem sucht? Früher, so erzählte sie, betrieb sie ein Geschäft für Berufskleidung in der Margaretenstraße. Seit über zwanzig Jahren durchsucht sie nun schon im Margaretenhof die Mistkübel nach Essensresten für ein Katzenheim. Auch andere Gegenstände nimmt sie gerne mit, die sie dem Katzenheim für einen Flohmarkt spendet.
Sie sucht nach Essensresten für's Katzenheim

Endlich Frühling!

21. April 2013

Heuer dauerte es deutlich länger als im Vorjahr aber nun ist der Frühling angekommen. Im und um den Margaretenhof blüht es und auch das neu gepflanzte Gras am Spielplatz sprießt schon zart.

Winter im Margaretenhof

25. Februar 2013

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In Google Maps kann man derzeit noch den Dachbodenausbau aus der Vogelperspektive sehen.

Jetzt wird geputzt und gemalt. Aber nicht nur die schön geschmiedeten Eisenzäune werden frisch gestrichen sondern auch die Haustore, die durch den „Baustellenverkehr“ gelitten haben. Auch die Sandsteinfundamente der Eisenzäune wurden repariert. Und endlich kommt auch die Schließanlage bei den Eingangstoren zum „Zierhof

Man hofft, dass es sich um ein Provisorium handelt, aber danach sieht es nicht aus. Man liest immer wieder „Fenster sind die Augen des Hauses“ und „Augen sind der Spiegel der Seele“.

Wenn dem so ist, dann hat sich die Seele des Margaretenhofs nicht zum besseren gewandelt. Man fragt sich, wie sich der Einbau dieser und weiterer hässlicher Glotzfenster mit dem Denkmalschutz vertragen? Die rechten Bilder zeigen die originalen Fenster kurz vor ihrer Entfernung, die linken Bilder die neuen Fenster.

Interessenten wenden sich am besten an die Hausverwaltung Rustler.

Der neue Lift

22. Mai 2012

Der Lift ist fertig und (derzeit noch) gratis benützbar. Das Innere ist modern und macht einen hochwertigen Eindruck. Die Farbgebung und die Wahl einer klassischen Kugelbeleuchtung wirken sich vorteilhaft auf die Harmonie mit der historischen Bausubstanz aus. Auch wenn es (subjektiv) bessere Lösungen gegeben hätte so wurde doch eine ansprechende Lösung gefunden.

beleuchtung-liftebeneliftkabine

Der Margaretenhof wurde in den Jahren 1884 bis 1885 erbaut aber über die Auftraggeberin Amalia Lipthay, geborene von Mack, ist kaum etwas bekannt. Amalia von Mack wurde am 20.1.1840 in Wien geboren und starb am 28.4.1915 in Budapest. Sie war verheiratet mit Béla, Baron Lipthay de Kisfalud et Lubelle, geboren am 27.1.1827 in Pest (Budapest) und gestorben am  15.4. 1899 bzw. 1900 – hier gibt es unterschiedliche Angaben – in Budapest. Er entstammte einer der reichsten ungarischen Adelsfamilien. Die Ehe blieb offenbar kinderlos.

Mehr zur Geschichte der Familie Lipthay Quellen können Sie hier lesen: http://lipthay.wordpress.com. Es ist leider nicht klar, wer die Site betreibt aber dem Text nach scheint es ein Familienmitglied zu sein. Auf jeden Fall gibt es sehr interessante Informationen zur Familiengeschichte aber auch Informationen zur ungarischen Geschichte mit der die Familiengeschichte mehrfach verbunden ist. Auch die Fotos von Familienmitgliedern und Wohnsitzen der Familie sind sehenswert.

Das "Wappen" der Baronin Lipthay (eher die Initialie)

Das "Wappen" der Baronin Lipthay (eher die Initialie)

Das Wappen der Barone de Kesfalud et Lubelle

Das Wappen der Barone Lipthay de Kisfalud et Lubelle

Quellen: http://lipthay.wordpress.com, http://www.geneall.net/W/per_page.php?id=1078226

Dunkl Corporate Design

11. April 2012

Sein Buch Corporate Design Praxis ist im Verlag LexisNexis nun schon in der 4. Auflage erschienen. Zum Autor liest man auf der Website folgendes (Abruf 11.4.2012):

„Mag. Martin Dunkl arbeitet in Wien als Graphikdesigner auf dem Spezialgebiet Corporate Design und wurde mit dem Österreichischen Corporate-Design-Preis ausgezeichnet. Er unterrichtet an der Höheren Graphischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien und an der Wiener Werbeakademie.“

Um genauer zu sein, Martin Dunkl arbeitet im Margaretenhof (Stiege 2 Tür 20). Und das seit vielen Jahren. Er ist so etwas wie ein Urgestein unter den hier ansässigen Unternehmern. Wahrscheinlich ebenso wie unter den Corporate Identity Designern.

Hier kommt man zur Website von Dunkl Corporate Design.

Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende

So sieht es nach jedem Wochenende aus. Früher gab es bei der Bushaltestelle nicht einmal einen Abfalleimer. Geändert hat sich leider trotzdem nicht viel.

Die Aufzüge werden derzeit fertiggestellt. Im vorigen Artikel wurde bereits die Bauweise in Stahlbeton kritiseirt, durch die manchen Wohnungen deutlich Licht genommen wird. Doch auch bei einigen weiteren Details zeigt sich, wie unsensibel hier mit der historischen Bausubstanz umgegangen wird. Zum Beispiel beim Bodenbelag. Diese Steine passen weder in der Form noch in der Farbe noch im Material zum Haus. Man fragt sich, ob hier überhaupt Architekten am Werk waren oder eine Baufirma beauftragt wurde im nahen Baumarkt ein Sonderangebot einzukaufen.

Gerade bei einem denkmalgeschützten Objekt, wie dem Margaretenhof wäre zu erwarten, dass Um- und Zubauen in derselben Qualität erfolgen wie es die vorhandene Substanz verdienen würde.

Auch im Haus Franz-Josefs Kai 43 in Wien wurden Aufzüge unter Zuhilfenahme von öffentlichen Fördermitteln und einem engen wirtschaftlichen Korsett eingebaut.Die Architekten waren damit Preisträger beim Stadterneuerungspreis 2005. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass die Architekten im selben Haus wohnen und dort auch ihr Büro moment-home betreiben.

Hier Bilder wie Lifttürme aussehen, deren architektonische Qualität sich z.B. in der Lichtdurchlässigkeit und formalen Leichtigkeit zeigt (Klicken Sie auf die Bilder für eine vergrößerte Wiedergabe)

Von der Hausinhabung wurden allerdings auch einige nachvollziehbare Gründe gegen Lifttürme aus Glas genannt. So würden, sobald es draußen dunkel wird, die Glaslifte durch die ständig auf und ab fahrenden sowie beleuchteten Liftkabinen eine nicht gewollte Unruhe bei den Mietern, die Ihre Schlafzimmer zu den Höfen hin situiert haben, auslösen. Auch wäre die Reinigung einfacher und damit die Betriebskosten geringer.

Giebel über Stiege 4 mit weißen Kunststofffenstern

Giebel über Stiege 4 mit weißen Kunststofffenstern

Das Bundesdenkmalamt bietet auf seiner Website unter der Rubrik Service die folgende Information:

„Warum verbieten Sie praktische Plastikfenster?

Holzfenster sind sowohl aus optischen (Einklang mit dem Charkter und Typus eines Gebäudes) als auch aus bauphysikalischen Gründen vorzuziehen: ein allzu luftdichtes Verschliessen der Öffnungen kann zu diversen Problemen bei der Bausubstanz, etwa Feuchtigkeit, führen. Ausserdem werden Plastikfenster nicht nur von Denkmalschützern, sondern auch aus ökologischen Gründen abgelehnt: sie können nicht repariert werden und sind so oft schon nach 20 Jahren Sondermüll. Welche Art von Fenster sowohl dem Denkmal als auch den Bedürfnissen der Bewohner und Bewohnerinnen entspricht, kann mit den Denkmalpflegern der Landeskonservatorate des BDA individuell abgesprochen werden“

Wie kann es dann sein, dass die Holzfenster im Giebel über der Stiege 4 gegen Kunststofffenster ausgetauscht wurden? Noch dazu in einer anderen Farbe (weiß statt braun) und Form (ohne Sprosse und ohne die typisch gerundeten Ecken)?

Es ist zu befürchten, dass auch die Fenster im Giebel über der Stiege 10 so verändert werden. Dabei wäre es überhaupt kein Problem, die Fenster im Originalstil aber mit Isolierglas oder als Kastenfenster auszuführen und so das ursprüngliche Aussehen zu bewahren.

Mit ein bisschen Googlen kann man z.B. dieses Exposé finden.

Exposé Top 5

Schöne Fotos – schönes Weitwinkel. Nur wie ein barocker Kachelofen aussieht sollte die Maklerfirma noch lernen.

Laut Information der Hausverwaltung sollen die Arbeiten im ersten Bauteil (Stiege 2, 4 und 6) mit Ende März abgeschlossen sein. Die Wohnungen sind offenbar fertig, jetzt werden gerade die Lifte eingebaut und die Verputz- und Malerarbeiten im Stiegenhaus durchgeführt. Im zweiten Bauteil (im Haupttrakt) gehen die Arbeiten an den Dachwohnungen weiter, ebenso wie im dritten Bauteil (Stiegen 8, 10 und 12 sowie Margaretenstraße 86).

BWM Architekten und Partner haben sich 2004 im linken Teil des „Wintergartens“ niedergelassen, dort wo sich früher eine Fahrschule befand. Damit sind die Architekten Nachbarn der Werber (DDFG). Passt gut zusammen und ist ein weiterer Schritt um „den Fünften“ (Wiener Gemeindebezirk) in eines der Kreativzentren Wiens zu verwandeln. Das ständig wachsende Team beliefert nicht nur ganz Österreich mit erstklassiger Architektenleistung sondern ist auch über die Landesgrenzen hinaus tätig.

In Österreich kennt wahrscheinlich jedes Kind zumindest einen der flotten Sprüche dieser Agentur. Mit einer ganz eigenen Handschrift haben sich Dirnberger De Felice Grüber (kurz DDFG) in der österreichischen Werbeszene einen Spitzenplatz erarbeitet. Vor einigen Jahren zog die Agentur in den Margaretenhof. Die Räume des zuletzt als China-Restaurant genutzen „Wintergartens“ und der darunter befindliche Souterrain wurden geschmackvoll adaptiert und bieten den 25+ MitarbeiterInnen (Information der Website http://www.d-df.at) ein unvergleichliches Ambiente, mitten in der Stadt.

Auch wenn Margareten noch nicht ganz so hip ist wie z.B. Camden in London, so gibt es doch zahlreiche Kreativbetriebe am und in der Nähe des Margaretenplatzes. Es ist schön, dass eine der führenden Agenturen Österreichs direkt im Margaretenhof zu Hause ist.

p1060023Mieter finden Informationen über das am 21. Februar mit der Hausverwaltung geführte Gespräch zum Dachbodenausbau, Bilder und einen Plan im Blog-Bereich dieser Website.